Qualifizierungswege in der betrieblichen Lichttechnik
Die betriebliche Lichttechnik spielt eine zentrale Rolle in Unternehmen unterschiedlichster Branchen. Sie ist nicht nur für die Produktivität und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden verantwortlich, sondern trägt auch wesentlich zur Arbeitssicherheit, Energieeffizienz und Klimaschutz bei. Ob in Produktionshallen, Büros, Lagern oder im Außenbereich – eine professionelle Lichtplanung und -wartung ist unverzichtbar. Die betriebliche Lichttechnik in Deutschland bietet ein breites Feld an Qualifizierungs- und Karrieremöglichkeiten – vom klassischen Ausbildungsberuf über Meister- und Technikerausbildungen bis hin zu akademischen Studiengängen oder spezialisierten Kurzseminaren. Die Wahl hängt von individuellen Vorkenntnissen, Karriereambitionen und betrieblichen Anforderungen ab.
Für Unternehmen lohnt es sich, in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden zu investieren: Neben der Absicherung rechtlicher Vorgaben verbessert eine professionelle Lichttechnik die Produktivität und das Wohlbefinden im Betrieb. Zugleich steigern interne Fachkräfte die Wettbewerbsfähigkeit und das Image des Unternehmens. Für die Beschäftigten wiederum eröffnen sich durch Weiterbildungen in der Lichttechnik vielfältige berufliche Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich frühzeitig informiert, die passenden Angebote wählt und auf anerkannte Qualitätssiegel achtet, legt den Grundstein für eine erfolgreiche und zukunftssichere Karriere in diesem spannenden Fachgebiet.
Beschreibung: Die duale Ausbildung (3,5 Jahre) vermittelt grundlegende elektrotechnische Kompetenzen, unter anderem die Installation, Wartung und Instandsetzung elektrischer Anlagen in Gebäuden. Themen wie Beleuchtungsanlagen, Schaltanlagen sowie Netzwerktechnik stehen auf dem Lehrplan.
Befähigungen:
Installation und Inbetriebnahme von Beleuchtungsanlagen
Einhaltung relevanter Normen (z. B. VDE-Bestimmungen)
Wartung und Fehlersuche an elektrischen Geräten und Anlagen
Berechtigungen:
Arbeiten an elektrischen Niederspannungsanlagen (bis 1000 V)
Durchführung wiederkehrender Prüfungen (nach DGUV Vorschrift 3) unter Anleitung bzw. in Kooperation mit einer befähigten Person
Aufwand:
Dauer: 3,5 Jahre im dualen System (Betrieb + Berufsschule)
Kosten: Übernahme meist durch den Ausbildungsbetrieb (Azubi-Gehalt, Schulgeld entfällt, Lernmaterialien teils eigenständig zu finanzieren)
Wert für Unternehmen und Mitarbeitende:
Unternehmen erhalten Fachkräfte für generelle elektrotechnische Aufgaben und erste Lichttechnik-Anwendungen.
Mitarbeitende legen eine solide Basis für weitere Spezialisierungen in der Lichttechnik.
Elektroniker/-in für Betriebstechnik
Beschreibung: Ebenfalls ein dualer Ausbildungsberuf (3,5 Jahre), mit Fokus auf Energieversorgung und -verteilung in industriellen Anlagen. Auch Aspekte der Beleuchtung in betrieblichen Umgebungen spielen eine Rolle.
Befähigungen:
Errichten und Warten von Betriebs- und Produktionsanlagen
Teilweise auch Betreuung industrieller Beleuchtungssysteme
Berechtigungen:
Arbeiten an elektrischen Anlagen im industriellen Umfeld
Mitwirkung bei Planung und Installation von Beleuchtungsanlagen
Aufwand und Wert:
Aufwand ähnlich wie bei der Ausbildung zum/zur Elektroniker/-in für Energie- und Gebäudetechnik
Wert: Gute Grundlage für die Spezialisierung auf industrielle Lichttechnik und Automatisierung
Meister/-in im Elektrotechniker-Handwerk
Beschreibung: Die Meisterausbildung baut auf einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung im Elektrohandwerk auf und vermittelt vertiefte fachliche sowie betriebswirtschaftliche Kenntnisse.
Befähigungen:
Planung, Organisation und Überwachung von Elektroinstallations- und Beleuchtungsprojekten
Verantwortung für Arbeitssicherheit und Normenkonformität
Ausbildung von Lehrlingen
Berechtigungen:
Selbstständige Führung eines Handwerksbetriebs (Meisterbrief ist Voraussetzung für Eintrag in die Handwerksrolle)
Fachbetrieb für Beleuchtungsanlagen und weitere elektrohandwerkliche Dienstleistungen
Aufwand:
Dauer: 1–2 Jahre (Vollzeit oder Teilzeit)
Kosten: Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, variieren je nach Bildungsanbieter (IHK, HWK, private Anbieter); Förderung über Meister-BAföG möglich
Wert für Unternehmen und Mitarbeitende:
Für Unternehmen: Erschließung zusätzlicher Geschäftsfelder, höheres Qualitätsniveau, Wettbewerbsvorteil
Für Mitarbeitende: Höhere Verantwortung, bessere Verdienstmöglichkeiten, Qualifikation zur Betriebsführung
Beschreibung: Die Weiterbildung zum/zur Techniker/-in (Fachrichtung Elektrotechnik) findet in Fachschulen statt und dauert in Vollzeit rund zwei Jahre (Teilzeit entsprechend länger).
Befähigungen:
Vertiefte elektrotechnische und projektbezogene Kenntnisse, unter anderem Projektierung von Beleuchtungsanlagen
Selbstständige Planung, Kalkulation, Auslegung und Dokumentation von Lichttechnik-Projekten
Berechtigungen:
Führen der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte/-r Techniker/-in“
Übernahme von Projektleitungsaufgaben, Ausbilder-Funktion (mit zusätzlicher Ausbildereignungsprüfung)
Aufwand:
2 Jahre Vollzeit oder 3–4 Jahre Teilzeit
Kosten: Schulgebühren an privaten Fachschulen oder ggf. geringere Verwaltungsgebühren an öffentlichen Schulen; Unterstützung durch BAföG oder andere Förderprogramme möglich
Wert:
Für Unternehmen: Kompetente Fachkräfte, die eigenständig anspruchsvolle Projekte im Bereich der Lichttechnik umsetzen können
Für Mitarbeitende: Aufstieg im Unternehmen, Einstieg in höhere Gehaltsklassen, bessere Karriereperspektiven
Bachelor-/Masterstudiengänge (z. B. Elektrotechnik, Lichttechnik, Gebäudetechnik)
Beschreibung: Verschiedene Hochschulen in Deutschland bieten Studiengänge an, die entweder im Titel oder als Schwerpunkt auf Lichttechnik, Energie- und Gebäudetechnik eingehen.
Befähigungen:
Wissenschaftlich fundierte Kenntnisse in Elektrotechnik, Optik, Lichtplanung, Gebäudeautomation, Energieeffizienz
Projektmanagement, Forschung und Entwicklung neuer Lichtkonzepte und -technologien
Berechtigungen:
Führen von akademischen Graden (B.Eng., B.Sc., M.Eng., M.Sc.)
Zugriff auf verantwortungsvolle Positionen, z. B. in der Forschung & Entwicklung, Projektleitung, (Licht-)Planungsbüros, Bauleitung
Kosten: Semesterbeiträge, ggf. Studiengebühren an privaten Hochschulen; BAföG oder Stipendien möglich
Wert:
Für Unternehmen: Zugang zu Fachkräften mit tiefem technischem und wissenschaftlichem Know-how, Innovationskraft
Für Mitarbeitende: Weitreichende Karriereoptionen in Industrie, Planung, Beratung und Forschung
Fachseminare und Zertifikatslehrgänge
Anbieter: Industrie- und Handelskammern (IHK)
Handwerkskammern (HWK)
Bildungsinstitute wie DIAL (Deutsches Institut für angewandte Lichttechnik), LiTG (Lichttechnische Gesellschaft e.V.) oder private Akademien
Mögliche Inhalte:
Lichtplanung und -berechnung (Software-Schulungen z. B. DIALux, Relux)
Normen und Richtlinien (DIN EN 12464, VDE-Bestimmungen, DGUV)
Human Centric Lighting (HCL), LED-Technik, intelligente Lichtsteuerung
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in der Beleuchtungstechnik
Befähigungen:
Vermittlung spezifischer, vertiefter Kenntnisse zum jeweiligen Themengebiet
Zertifizierte Kompetenzen (z. B. „Fachkraft für Beleuchtungstechnik“, „Zertifizierte/r Lichtplaner/-in“)
Berechtigungen:
Je nach Lehrgang: Befähigung, Beleuchtungsprojekte eigenständig zu planen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchzuführen, Anlagensicherheit zu prüfen
Aufwand:
Dauer: von ein- bis mehrtägigen Kompaktseminaren bis hin zu mehrwöchigen Kursen
Kosten: Je nach Inhalt und Anbieter können die Gebühren einige Hundert bis mehrere Tausend Euro betragen
Wert:
Für Unternehmen: Fachpersonal kann gezielt geschult werden, um aktuelle Technologien und Standards umzusetzen, Wettbewerbsfähigkeit steigt
Für Mitarbeitende: Vertiefung des Spezialwissens, bessere Einsatzfähigkeit im Betrieb, erweiterte Kompetenzen für den Lebenslauf
Befähigte Personen nach DGUV und VDE
Beschreibung: Bestimmte Prüf- und Wartungsarbeiten (z. B. Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel, Prüfung von Leitern und Tritten, Messungen nach DIN VDE 0100) dürfen nur von „befähigten Personen“ durchgeführt werden.
Befähigungen:
Nachweis spezifischer Fachkenntnisse, praktischer Erfahrungen sowie Kenntnis relevanter Normen und Vorschriften
Berechtigung zur Durchführung und Dokumentation von Sicherheitsprüfungen
Aufwand:
Kurse von 1 bis 3 Tagen, regelmäßige Auffrischungen erforderlich
Kosten variieren je nach Schulungsanbieter (IHK, TÜV, private Bildungsanbieter)
Wert:
Für Unternehmen: Gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen können intern durchgeführt werden, Kostenersparnis durch interne Expertise, Haftungsrisiken werden minimiert
Für Mitarbeitende: Qualifizierung für verantwortungsvolle Aufgaben, Gehaltsplus, höhere Jobsicherheit
Nutzen für Unternehmen und Mitarbeitende
Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Normen: Betriebliche Beleuchtung unterliegt vielfältigen Vorgaben (Arbeitsstättenverordnung, DIN-Normen, DGUV Vorschriften). Qualifiziertes Personal stellt sicher, dass alle Standards eingehalten werden und reduziert so Haftungs- und Unfallrisiken.
Steigerung der Energieeffizienz: Fachkräfte können effiziente Beleuchtungssysteme planen, die Stromverbrauch und Kosten reduzieren. Investitionen in Weiterbildung amortisieren sich oft schnell durch eingesparte Energiekosten.
Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden: Optimale Beleuchtungsverhältnisse steigern die Produktivität und senken Fehlzeiten. Fachleute, die Human Centric Lighting (HCL) und ergonomische Ansätze kennen, leisten hier einen wesentlichen Beitrag.
Wettbewerbsvorteil und Imagegewinn: Ein Unternehmen, das moderne Lichttechnik einsetzt und über kompetentes Fachpersonal verfügt, positioniert sich als innovativer und zuverlässiger Partner. Dies gilt sowohl für Kund*innen als auch für potenzielle Mitarbeitende.
Berufliche Entwicklung und Motivation: Für Mitarbeitende bieten Qualifizierungen in der Lichttechnik ein interessantes Tätigkeitsfeld mit guten Zukunftsaussichten, da Beleuchtung und Energieeffizienz weiterhin wachsende Themen sind. Neue Karrierewege (Projektleitung, Teamleitung, Selbstständigkeit) sind möglich.
Wichtige Aspekte bei der Auswahl und Planung einer Weiterbildung
Berufliche Vorkenntnisse und Ziele klären: Ist eine Grundausbildung im Elektrobereich vorhanden oder wird ein Studium angestrebt? Soll die Weiterbildung eher praktisch oder wissenschaftlich sein?
Anerkennung der Abschlüsse: Handelt es sich um staatlich anerkannte Abschlüsse (z. B. Meisterbrief, staatlich geprüfte/-r Techniker/-in, akademische Grade) oder um Zertifikatslehrgänge? Auf den Ruf und die Seriosität des Anbieters achten.
Unterstützung durch den Arbeitgeber: Viele Unternehmen fördern Weiterbildungen finanziell oder durch Freistellung. Ein Gespräch über beidseitige Erwartungen und Nutzen hilft bei der Realisierung.
Verbindlichkeit und Aktualisierung: Regelmäßige Auffrischung von Kenntnissen ist in einigen Bereichen Pflicht (z. B. Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3). Planen Sie entsprechende Zeitfenster und Budgets ein.
Zukunftstrends beachten: Themen wie Smart Building, vernetzte Lichtsteuerung, Internet of Things (IoT) und Human Centric Lighting entwickeln sich dynamisch. Achten Sie auf Weiterbildungen, die aktuelle und zukünftige Trends abdecken.