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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Recommissioning intelligenter Beleuchtungssysteme

Facility Management: Licht » Betrieb » Optimierung (KVP) » Recommissioning Beleuchtungssysteme

Gute Inbetriebnahme garantiert nicht dauerhaft gute Funktion

Eine intelligente Beleuchtungsanlage kann bei der Erstabnahme hervorragend funktionieren und einige Jahre später trotzdem deutlich von ihrer ursprünglichen Zielsetzung abweichen. Räume wurden umgebaut, Nutzerstrukturen verändert, Sensoren verschoben, Szenen angepasst und einzelne Komponenten ausgetauscht.

Die Microsite behandelt Qualitätskontrolle, Inspektion und KVP bereits breit, besitzt aber keine eigenständige Seite für Recommissioning, also die systematische erneute Funktionsprüfung und Einregelung einer bestehenden Beleuchtungsanlage.

Beleuchtungssysteme systematisch neu einregeln

Recommissioning ist mehr als Wartung

Wartung fragt:

Funktionieren die Komponenten?

Recommissioning fragt zusätzlich:

Funktioniert das Gesamtsystem noch so, wie es für die heutige Nutzung vorgesehen sein sollte?

Ein Sensor kann technisch einwandfrei arbeiten und trotzdem ungeeignet positioniert sein, nachdem ein Raum neu möbliert wurde.

Eine Zeitsteuerung kann korrekt laufen und gleichzeitig nicht mehr zu den heutigen Arbeitszeiten passen.

Recommissioning kann ausgelöst werden durch:

  • größere Umbauten,

  • Nutzungsänderung,

  • auffälligen Energieanstieg,

  • viele Nutzerbeschwerden,

  • umfangreichen Leuchtentausch,

  • neue Arbeitsmodelle,

  • längere Betriebsdauer.

Es muss deshalb nicht starr jedes Jahr durchgeführt werden.

Zunächst werden vorhandene Grundlagen zusammengeführt:

  • ursprüngliche Planung,

  • Beleuchtungsanforderungen,

  • Szenen,

  • Sensorlogik,

  • Zeitprogramme,

  • Nutzeranforderungen.

Gleichzeitig ist zu prüfen, ob der ursprüngliche Sollzustand überhaupt noch zur heutigen Nutzung passt.

Recommissioning kann also auch zu einem neuen Sollzustand führen.

Funktionsketten testen

Geprüft werden nicht nur Einzelkomponenten.

Beispiel Büro:

Präsenz erkannt

→ Beleuchtung schaltet auf definiertes Niveau

→ Tageslichtsensor reduziert Kunstlicht

→ Nutzer kann innerhalb Grenzen dimmen

→ nach Abwesenheit erfolgt Rücksetzung.

Erst die gesamte Kette zeigt, ob das Lichtmanagement tatsächlich funktioniert.

Sensoren neu bewerten

Möblierung, Trennwände oder neue Raumnutzung können Sensoren beeinflussen.

Zu prüfen sind:

  • Präsenzbereich,

  • Tageslichtmessung,

  • Abschattung,

  • fehlerhafte Erfassung angrenzender Bereiche.

Gegebenenfalls wird Sensorposition oder Parametrierung angepasst.

Lichtqualität messen

Die ASR A3.4 konkretisiert die Anforderungen der ArbStättV an das Einrichten und Betreiben von Beleuchtung in Arbeitsstätten; DIN EN 12464-1:2021-11 liefert weitere lichttechnische Kriterien für Innenarbeitsplätze.

Bei geeigneten Bereichen können daher Messungen beispielsweise zu Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit sinnvoll sein.

Recommissioning sollte auch prüfen:

  • unnötige Brennzeiten,

  • dauerhaft hohe Dimmwerte,

  • ineffektive Tageslichtregelung,

  • fehlerhafte Präsenzabschaltung.

Trend- oder Energiemessdaten unterstützen dabei die Diagnose.

Maßnahmen priorisieren

Nicht jedes Problem benötigt neue Leuchten.

Oft reichen:

  • neue Zeitprogramme,

  • Sensoranpassung,

  • Gruppenneuordnung,

  • Reinigung,

  • Parameterkorrektur.

Gerade diese software- und betriebsbezogenen Verbesserungen besitzen häufig geringe Investitionskosten.

Nach erfolgreicher Optimierung werden:

  • Konfiguration,

  • Messwerte,

  • Parameter,

  • Szenen

als neuer freigegebener Zustand dokumentiert.

Die ursprüngliche Lichtqualität regelmäßig zurückgewinnen

Recommissioning beantwortet:

Entspricht unsere Beleuchtungsanlage nach Jahren realer Nutzung noch dem heutigen Bedarf – und arbeiten Steuerung, Sensorik und Lichtwirkung noch als abgestimmtes Gesamtsystem?

Damit wird KVP von punktueller Energieoptimierung zu einer systematischen Wiederherstellung von Lichtqualität und Betriebswirksamkeit.