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Blendung, Reflexionen, Flicker und visuelle Beschwerden

Facility Management: Licht » Betrieb » Optimierung (KVP) » Blendung, Flicker und visuelle Beschwerden

„Zu hell“ oder „unangenehm“ ist ein technischer Diagnosehinweis

Lichtbeschwerden werden im Facility Management häufig als subjektives Komfortthema behandelt. Tatsächlich können hinter Aussagen wie „das Licht blendet“, „der Bildschirm spiegelt“ oder „unter dieser Leuchte bekomme ich Kopfschmerzen“ sehr unterschiedliche Ursachen liegen.

Die vorhandene Auslegungsseite behandelt Blendung, Reflexionen, Leuchtdichteverteilung und Flimmerfreiheit bereits als wesentliche Aspekte visueller Ergonomie. Im Betrieb fehlt jedoch ein eigener Diagnoseprozess für solche Beschwerden.

Visuelle Lichtbeschwerden systematisch analysieren

Beschwerde konkretisieren

Eine Meldung wie:

„Licht schlecht“

ist technisch kaum bearbeitbar.

Der Service Desk sollte deshalb zumindest erfragen:

  • genauer Ort,

  • Tageszeit,

  • Arbeitsplatz beziehungsweise Tätigkeit,

  • Problemart,

  • dauerhaft oder gelegentlich,

  • Zusammenhang mit Tageslicht,

  • Zusammenhang mit Bildschirm oder Maschine.

Diese Informationen helfen, die wahrscheinlich relevante Ursache einzugrenzen.

Direkte Blendung prüfen

Direkte Blendung kann entstehen, wenn sehr helle Lichtquellen ungünstig im Gesichtsfeld liegen.

Mögliche Ursachen:

  • falsche Leuchtenposition,

  • ungeeignete Optik,

  • geänderte Arbeitsplatzanordnung,

  • zu hohe Leuchtdichte.

Besonders nach Arbeitsplatzumbauten sollte daher nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass die ursprüngliche Lichtplanung weiterhin passt.

Reflexblendung separat betrachten

Bildschirme, glänzende Arbeitsflächen oder metallische Werkstücke können Licht spiegeln.

Dann kann die Beleuchtungsstärke vollkommen ausreichend und der Arbeitsplatz trotzdem schlecht nutzbar sein.

Zu prüfen sind:

  • Blickrichtung,

  • Leuchtenposition,

  • Bildschirmneigung,

  • Tageslichteinfall,

  • Oberflächen.

Damit werden Lichtplanung und Arbeitsplatzgestaltung gemeinsam betrachtet.

Flicker und stroboskopische Effekte berücksichtigen

LED-Beleuchtung kann bei ungeeigneten Treibern oder Dimmbedingungen zeitliche Lichtmodulation zeigen.

Die bestehende Ausschreibungsseite betrachtet Flicker ausdrücklich als Qualitätskriterium und nennt technische Bewertungsgrößen wie PstLM und SVM.

Im Störungsfall können daher besondere Messungen erforderlich sein, wenn sichtbares oder wahrgenommenes Flimmern nicht mit einer einfachen Luxmessung erklärbar ist.

Tageslicht als mögliche Ursache einbeziehen

Eine Beschwerde kann nur zu bestimmten Tageszeiten auftreten.

Dann kommen beispielsweise infrage:

  • direkte Sonneneinstrahlung,

  • Reflexion,

  • unzureichender Blendschutz,

  • falsche Tageslichtregelung.

Die vorhandene ASR A3.4 behandelt künstliche Beleuchtung und Tageslicht im Zusammenhang mit sicheren und gesundheitsgerechten Arbeitsbedingungen.

Nutzeranpassungen dokumentieren

Eine lokale Dimmung kann kurzfristig helfen.

Sie sollte jedoch nicht automatisch als technische Lösung gelten.

Wenn derselbe Arbeitsplatz wiederholt verändert wird, empfiehlt sich eine fachliche Untersuchung.

Je nach Beschwerde können relevant sein:

  • Beleuchtungsstärke,

  • Gleichmäßigkeit,

  • Leuchtdichte,

  • Flicker,

  • Farbtemperatur.

Nicht jede Beschwerde lässt sich mit einem Luxmeter erklären.

Mehrere Beschwerden in derselben Zone können auf:

  • fehlerhafte Leuchtenserie,

  • ungeeignete Planung,

  • falsche Parametrierung,

  • Nutzungsänderung

hinweisen.

Dann sollte aus Einzelstörungen ein Verbesserungsprojekt werden.

Nutzerfeedback fachlich ernst nehmen, ohne jede Wahrnehmung zu normieren

Die zentrale Frage lautet:

Welche technisch oder gestalterisch beeinflussbare Ursache steckt hinter einer wiederkehrenden visuellen Beeinträchtigung?

Damit verbindet das FM subjektive Wahrnehmung mit objektiver technischer Analyse und verbessert Lichtqualität dort, wo sie im Alltag tatsächlich erlebt wird.