Eine smarte Leuchte ist auch ein vernetztes technisches Gerät
Beleuchtungsanlagen entwickeln sich zu digitalen Infrastrukturen. DALI-Gateways, KNX, BACnet, Bluetooth Mesh, Zigbee, cloudbasierte Plattformen und IP-vernetzte Controller ermöglichen Monitoring und flexible Steuerung. Die vorhandene Auslegungsseite erkennt bereits ausdrücklich, dass bei vernetzter Beleuchtung IT-Sicherheit zu einer FM-Aufgabe wird. Das BSI weist ebenfalls darauf hin, dass in Gebäudeinstallations- und Beleuchtungstechnik immer mehr smarte, internetfähige Geräte eingesetzt werden.
Damit benötigt moderne Lichttechnik eine eigene IT-/OT-Governance.
Vernetzte Beleuchtung sicher betreiben
Zunächst sollte dokumentiert sein:
welche Lichtsysteme vernetzt sind,
welche Protokolle verwendet werden,
welche Gateways bestehen,
welche Systeme Internetzugang besitzen,
welche Cloud-Dienste genutzt werden,
welche Fernwartung möglich ist.
Ein System, dessen Architektur niemand vollständig kennt, lässt sich nur schwer absichern.
Beleuchtung vom Büro-IT-Netz angemessen trennen
Je nach Systemarchitektur kann eine Segmentierung sinnvoll beziehungsweise erforderlich sein.
Ziel ist, dass ein Problem in einem Leuchten- oder IoT-Netz nicht unnötig Zugriff auf andere Unternehmenssysteme eröffnet.
Gemeinsam mit IT beziehungsweise OT-Security werden beispielsweise festgelegt:
Standardpasswörter vermeiden
Controller, Gateways und Managementoberflächen dürfen nicht dauerhaft mit werkseitigen oder gemeinsam bekannten Standardzugängen betrieben werden.
Servicetechniker benötigen nur die Rechte, die für ihre tatsächliche Aufgabe erforderlich sind.
Fernwartung kontrollieren
Remote Service ist für Beleuchtungssysteme sehr praktisch.
Er muss jedoch geregelt sein:
Wer darf zugreifen?
Wie wird Zugang freigegeben?
Welche Authentifizierung gilt?
Wird Zugriff protokolliert?
Wann endet die Berechtigung?
Ein permanent offener Herstellerzugang ohne Betreibertransparenz ist ungeeignet.
Vernetzte Komponenten benötigen eine Strategie für:
Damit wird Cybersecurity Teil des technischen Lifecycle-Managements.
Change Management mit IT-Security verbinden
Eine neue Cloudschnittstelle oder ein WLAN-Gateway ist nicht nur eine lichttechnische Änderung.
Solche Changes sollten auch durch die zuständige IT-/OT-Funktion bewertet werden.
Backup und Wiederherstellung sicherstellen
Bei Cyber- oder Konfigurationsproblemen muss die zuletzt freigegebene Lichtkonfiguration wiederherstellbar sein.
Je nach Kritikalität können ungewöhnliche Ereignisse sichtbar gemacht werden:
Nicht jedes Lichtnetz benötigt ein komplexes Security Operations Center. Das Schutzniveau sollte zum Risiko passen.
Zuständigkeit zwischen FM und IT klären
FM kennt die betriebliche Funktion.
IT kennt Netzwerk- und Sicherheitsanforderungen.
Hersteller kennt das Produktsystem.
Nur eine klar definierte RACI-Struktur verhindert Sicherheitslücken zwischen diesen Bereichen.
Lichtsystem als OT behandeln
Die zentrale Frage lautet:
Welche digitalen Zugriffe, Abhängigkeiten und Schwachstellen entstehen dadurch, dass unsere Beleuchtung heute Teil der vernetzten Gebäudeinfrastruktur ist?
Damit wird IT-Sicherheit bereits bei Planung, Betrieb, Fernwartung und Erneuerung intelligenter Beleuchtung konsequent berücksichtigt.