Lichtenergie nicht nur an der Stromrechnung bewerten
LED-Beleuchtung hat den spezifischen Energiebedarf gegenüber älteren Technologien deutlich reduziert. Dennoch können große Gebäude weiterhin erhebliche Beleuchtungsenergie verbrauchen – insbesondere bei langen Betriebszeiten, hohen Beleuchtungsniveaus oder unzureichender Regelung.
Die bestehende Microsite behandelt Energieeffizienz bereits intensiv und nennt DIN EN 15193-1 sowie den LENI-Wert innerhalb ihrer Standards. Eine eigenständige betriebliche Controllingseite besteht jedoch nicht.
Beleuchtungsenergie mit LENI gezielt steuern
Verbrauch möglichst getrennt erfassen
Der erste Schritt ist Transparenz.
Je nach Gebäude kann Beleuchtungsenergie ermittelt werden über:
Je besser die messtechnische Trennung, desto leichter lassen sich Veränderungen im Betrieb bewerten.
Absolute und spezifische Kennzahlen unterscheiden
Ein Gesamtverbrauch von 100.000 kWh sagt ohne Kontext wenig aus.
Geeignete Bezugsgrößen können sein:
Für mehrere Standorte verbessert dies die Vergleichbarkeit.
LENI richtig einordnen
DIN EN 15193-1 behandelt die energetische Bewertung der Beleuchtung in Gebäuden und enthält die Methodik des Lighting Energy Numeric Indicator (LENI). Die Norm wird auf der bestehenden Standards-Seite bereits als Referenz zur energetischen Bewertung der Beleuchtung geführt.
Für das FM ist wichtig: Ein berechneter Planungswert und der reale gemessene Betrieb sind unterschiedliche Informationsarten.
Beide können miteinander verglichen werden.
Brennzeit analysieren
Bei LED-Systemen liegt ein großer Optimierungshebel häufig nicht mehr nur in der installierten Leistung, sondern in der tatsächlichen Nutzungszeit.
Interessante Fragen sind:
Welche Zonen laufen nachts?
Welche Beleuchtung startet vor Nutzungsbeginn?
Wo bleibt Licht trotz Abwesenheit an?
Funktioniert Präsenzsteuerung?
Betriebsstunden aus Lichtmanagementsystemen können solche Abweichungen sichtbar machen.
Dimmgrad auswerten
Ein Tageslichtsystem, das fast immer bei 100 Prozent läuft, erzeugt vermutlich nicht die erwartete Einsparwirkung.
Dimmstatistiken können zeigen:
Damit lässt sich die Performance der Steuerstrategie beurteilen.
Standorte sinnvoll benchmarken
Ein Verwaltungsgebäude kann nicht ohne weiteres mit einer 24/7-Produktionshalle verglichen werden.
Benchmarking sollte deshalb Gruppen mit ähnlichen:
Ausreißer werden anschließend fachlich untersucht.
Energie und Lichtqualität gemeinsam betrachten
Eine energieeffiziente Anlage ist nur dann gut, wenn die notwendige Lichtqualität erhalten bleibt.
Die BAuA stellt klar, dass Arbeitsstätten angemessen mit Tageslicht und künstlicher Beleuchtung ausgestattet und betrieben werden müssen; ASR A3.4 konkretisiert diese Anforderungen.
Eine pauschale Dimmung unter erforderliche Werte wäre deshalb keine sinnvolle Energieoptimierung.
Nach einer Optimierung – beispielsweise:
neuer Zeitplan,
Sensorreparatur,
LED-Retrofit,
Tageslichtregelung
sollte der Verbrauch vorher/nachher verglichen werden.
Dabei sind veränderte Nutzungszeiten zu berücksichtigen.
Steigt der Lichtstromverbrauch plötzlich, kann dies auf:
Energiemonitoring wird damit zugleich zum technischen Frühwarnsystem.
Energieeffizienz dauerhaft betreiben
Die zentrale Frage lautet:
Verbraucht unsere Beleuchtung im realen Betrieb nur so viel Energie, wie für die tatsächlich benötigte Lichtqualität und Nutzungszeit erforderlich ist?
Mit spezifischen Kennzahlen, LENI-Bezug, Betriebsstunden- und Dimmgradanalysen wird Lichtenergie zu einer kontinuierlich steuerbaren FM-Größe.