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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Leuchten für reale Umgebungsbedingungen erhalten

Facility Management: Licht » Betrieb » VDI 3810 » Leuchten Umgebungsbedingungen

Belastungen am tatsächlichen Einbauort bestimmen

Die Eignung einer Leuchte hängt von den Bedingungen an ihrem Einbauort ab. Temperatur, Staub, Feuchte und mögliche mechanische Einwirkungen können sich innerhalb eines Gebäudes erheblich unterscheiden. Die allgemeine Raumtemperatur beschreibt beispielsweise nicht zwangsläufig die Bedingungen unter einer Hallendecke oder unmittelbar neben einer Wärmequelle. Die Betriebsführung erfasst deshalb relevante Belastungen dort, wo die Leuchten tatsächlich betrieben werden. Auch zeitweise auftretende Zustände wie Reinigung oder Produktionsspitzen gehören dazu. Bei saisonalen Schwankungen wird geprüft, ob eine Untersuchung unter durchschnittlichen Bedingungen die höchste zu erwartende Beanspruchung überhaupt angemessen und ausreichend abbildet. Herstellerangaben werden auf diese Bedingungen bezogen. Eine für einen gewöhnlichen Büroraum geeignete Leuchte wird nicht ohne weitere Bewertung in einer Umgebung eingesetzt, deren Beanspruchungen außerhalb des vorgesehenen Verwendungsbereichs liegen.

Leuchten an Umgebungsbedingungen gezielt anpassen

Schutzart und weitere Eignungsmerkmale unterscheiden

Die Schutzart beschreibt bestimmte Eigenschaften zum Schutz gegen Berührung, Fremdkörper und Wasser. Sie bestätigt jedoch nicht automatisch die Beständigkeit gegen jedes Reinigungsmittel, aggressive Stoffe oder mechanische Belastungen. Ebenso ersetzt sie keine erforderliche Eignung für explosionsgefährdete Bereiche. Die Auswahl und Instandhaltung berücksichtigen deshalb sämtliche für den Einsatz relevanten Merkmale. Abdeckungen, Dichtungen und Leitungseinführungen müssen ihre vorgesehene Funktion erhalten. Ein äußerlich ähnliches Ersatzteil kann andere Eigenschaften besitzen. Die Betriebsunterlagen benennen die erforderlichen Ausführungen eindeutig. Dadurch wird verhindert, dass eine einzelne Kennzahl als vollständiger Eignungsnachweis verwendet wird, während andere wesentliche Bedingungen des tatsächlichen Einsatzes bei Beschaffung oder Reparatur unberücksichtigt bleiben.

Umgebungsbedingung

Zu prüfende Eigenschaft

Betrieblicher Einfluss

Erhöhte Temperatur

Zulässiger Einsatzbereich der Leuchte und Betriebsgeräte

Zustand und Lebensdauer können beeinflusst werden

Wasser und Reinigung

Geeignete Ausführung und zulässiges Verfahren

Schutzfunktion nach der Reinigung erhalten

Chemische Beanspruchung

Beständigkeit betroffener Werkstoffe

Ungeeignete Mittel und Ersatzteile vermeiden

Mechanische Einwirkung

Befestigung und erforderliche Widerstandsfähigkeit

Gefährdung durch Beschädigung begrenzen

Reinigung auf Bauteile und Nutzung abstimmen

Das Reinigungsverfahren wird an die konkrete Leuchte und ihre Umgebung angepasst. Maßgeblich sind die zulässigen Mittel, Verfahren und Betriebszustände. Die Reinigung von Boden oder Produktionsanlage kann Leuchten ebenfalls beanspruchen, auch wenn sie nicht unmittelbar Teil des Reinigungsauftrags sind. Solche Wechselwirkungen werden zwischen Reinigung, Produktion und Facility Management abgestimmt. Beschädigte Abdeckungen oder auffällige Dichtungen werden gemeldet und fachlich bewertet. Nach erforderlichen Eingriffen wird der vorgesehene Zustand bestätigt. Eine sichtbar saubere Leuchte ist nicht automatisch unbeschädigt. Die Arbeitsplanung berücksichtigt deshalb sowohl die Wiederherstellung der Lichtabgabe als auch den Erhalt der sicherheitstechnischen Eigenschaften, die für den jeweiligen Einsatz erforderlich sind.

Sicheren Zugang für Instandhaltung ermöglichen

Hoch angeordnete oder schwer zugängliche Leuchten benötigen ein geeignetes Zugangskonzept. Das erforderliche Arbeitsmittel und die notwendigen Schutzmaßnahmen werden anhand der konkreten Tätigkeit festgelegt. Verkehrswege, Maschinenbetrieb und Arbeiten anderer Unternehmen können die Durchführung beeinflussen. Die Betriebsführung stimmt deshalb Zeitfenster und Freigaben mit den betroffenen Nutzern ab. Elektrische Arbeiten werden entsprechend ihrer Anforderungen qualifizierten Personen übertragen. Improvisierte Zugänge werden nicht als dauerhafte Lösung eingeplant. Bei Umbauten wird geprüft, ob der bisherige Wartungszugang erhalten bleibt. Auch eine technisch langlebige Leuchte muss erreichbar sein, wenn eine Störung auftritt. Die Zugänglichkeit gehört damit zur betrieblichen Eignung und nicht nur zur ursprünglichen Montageplanung.

Auffällige Ausfälle als Hinweis auf gemeinsame Ursachen nutzen

Häufen sich Störungen in einem bestimmten Bereich, wird neben dem einzelnen Bauteil auch seine Umgebung untersucht. Gleichartige Ausfälle können mit Temperatur, Feuchte oder anderen gemeinsamen Belastungen zusammenhängen. Die Bewertung verknüpft Einbauort, Betriebszeiten und ausgeführte Arbeiten. Ein fortlaufender Austausch gleicher Komponenten beseitigt eine ungeeignete Einsatzbedingung möglicherweise nicht. Geeignete Maßnahmen können deshalb auch die Anordnung, Abschirmung oder Auswahl der Leuchten betreffen. Nach Anpassungen wird die Wirkung unter realen Bedingungen beobachtet. Die Erkenntnisse fließen in Beschaffung und Instandhaltung ein. So wird der Anlagenbestand schrittweise an die tatsächlichen Beanspruchungen angepasst und die Wiederholung bekannter Störungen durch unveränderte Ersatzteilentscheidungen vermieden.